Den 12ten September 1839.
Gesättigt und noch mit Vorrath reichlich versehen, blieben die meisten Eingeborenen heute in behaglicher Trägheit an ihren Feuern liegen, nur ich, Tuitpurro, Kudna Ipiti und noch ein anderer gingen auf die Jagd. Unser bester Hund
war indeß von dem letzten Känguru so verletzt worden, daß er nicht laufen konnte, und daß wir also bald und leer zurückkehren mußten. Tuitpurro hatte sich mit den drei andren besten Hunden von uns verloren, und als er Abends zu Hause kam, brachte er zwar die Nachricht, daß er da und da ein Känguru im Wasser getödtet habe, allein weil
er nicht schwimmen konnte, so mußte er es liegen lassen. Mir ward jetzt die Zeit lang und ich wollte morgen
um so mehr zu Hause gehen, als es heute Abend anfing zu regnen und den Anschein hatte, als ob es anhaltend
regnen würde. Die Eingeborenen machten sich deshalb daran, Hütten aus Baumrinde gegen den Regen zu bauen,
( 131 ) allein ich dachte, meine Hütte von Laubzweigen, in der ich schon gestern mit Br. Tuitpurro allein geschlafen [hatte], indem ich die Stelle so gewählt [hatte], daß blos für zwei Platz war, blos gegen den anders gekehrten Wind, und verbesserte sie mit noch mehr Zweigen. Dies war geschehen, als mein Bruder von der Jagd zurückkam, und wir beide schliefen ganz bequem wieder zusammen. Jetzt war mein Zwieback, von dem ich schon gestern wenig mehr hatte, fast ganz zu Ende, da andere hatten mir fleißig futtern essen helfen, aber Tuitpurro ließ mich keinen Mangel leiden, sondern theilte mir so viel Fleisch mit, als ich essen wollte, mich obendrein auffordernd, wenn ich hungrig sei, sollte ich mehr fordern. Den Übrigen, die immer noch um Zwieback bettelten, verwies er solches, weil ich selber nicht mehr hätte. Viele von den ältern Eingeborenen bedauerten mich sehr, daß ich keine Speisen mehr habe und so weit vom Hause (es mochten 25 engl. Meilen sein) Heimweh habe. Tidlaitpinna, der Angesehenste unter ihnen und gewisser Maaßen der Führer, theilte mir von seinem wenigen Reis mit, den er selbst noch hatte. Ich machte ihnen bekannt, daß ich morgen zurückgehen, und daß mein Bruder Tuitpurro mich begleiten würde, was sie alle zugaben, und wegen meines Heimwehs, wie sie meinten, mir noch
zuredeten.
( 132 ) Den 13ten September 1839.
Obschon gestern Abend abgemacht worden [war], daß mein Br. Tuitpurro mich zurück begleiten solle, so machten die Eingeborenen, ich weiß nicht auf wessen Veranlassung, doch heute morgen Einwendungen dagegen, vorgebend, sie könnten ohne ihn das erwähnte Känguru nicht finden, und schlugen mir dagegen andere Begleiter vor. Allein ich beharrte um so mehr bei unserem gestrigen Übereinkommen, als mir jenes Vorgeben ohne Grund zu sein schien, Tuitpurro selbst lieber mit mir gehen als bleiben wollte und die andren Vorgeschlagenen träge Leute waren, mit denen ich schwerlich die Stadt in einem Tage erreicht haben würde. Nach langem Hin- und Herreden hierüber machte ich mich endlich vor Ungeduld und mit der Absicht, den Eingeborenen meinen unabänderlichen Entschluß zu zeigen, allein auf den Weg, überzeugt, daß dadurch die Berathungen schneller zum Ende geführt werden würden, als durch alle meine Vorstellungen. So