Meine zweite Reise nach Encounter Bay
( 147 ) Theils um mich zu erkundigen, ob das mir versprochene Haus in Encounter Bay bald fertig sein würde, theils um zu sehen, wie die Lage der Eingeborenen nach Aufbruch der Fischereien sein würde, reisete ich nach Encounter Bay.
Den 10ten October 1839.
Herr Fiedler war so gütig, mir seinen Timoraner dazu zu leihen, der mir eine noch größere Erleichterung gewesen sein würde, wenn nicht der geizige Beschützer zu Fuß mitgegangen wäre. Die erste Nacht mußten wir im Busch und ohne Wasser zubringen, weil wir die Spur verloren hatten und es uns nicht rathsam schien, im Finstern weiter zu gehen. Indeß zeigte es sich am andern Morgen, daß wir nicht weit von dem Halbweg Polizeiposten Willunga waren.
Den 11ten October 1839.
Nachdem wir am letzten Orte gefrühstückt [hatten], machten wir uns wieder auf den Weg, und zwar dies Mal auf der neuen nähern Straße. Es war zwar eine Spur da, allein an Stellen so undeutlich, daß wir etwa 2 deutsche Meilen vor Encounter Bay den Weg wieder verloren.
( 148 ) Wir reiseten nun nach dem Compaß und dem Ungefähr, und ich hatte Mühe genug, den Beschützer [auf dem Weg] zu halten, daß er mich nicht nach dem Murray oder Alexandriansee führte; wir kamen hierüber beinahe in Wortwechsel. Wir waren noch vor Sonnenuntergang am Ziele, ein betrüblicher Unterschied vom vorigen Mal, wo wir beinahe vier Tage gebrauchten. Da wir bei dem Polizeiamt vorbei kamen, erkundigte ich mich sogleich nach meinem Hause (ein Polizeiaufseher wird es bauen) und erhielt die betrübende Nachricht, daß der Baumeister noch gar nicht angelangt sei, daß das Baumaterial gänzlich fehlte, daß außer meinem noch drei andre Häuser für die Regierung gebaut werden sollten, und daß man nicht wisse, wann das meinige an die Reihe kommen wird. Den Platz konnte man mir jedoch zeigen. Derselbe ist dicht am Strand, auf barem, vom Meer aufgespülten Flugsande; gegenüber meerwärts ist die hochragende lähre Granitinsel gelegen, zu der man vom Ufer bei der Ebbe durch Wasser waden kann.
Den 12ten October 1839.
Heute Morgen ging ich zu der einen Fischerei, die noch nicht ganz verlassen war. Das vorige Mal fand ich in ihrer Nähe viele Eingeborene gelagert: jetzt
( 149 ) aber waren nur drei Hütten da, die noch meistens von Blinden, oder sonst Schwachen und alten Weibern bewohnt waren. Der große Haufen, welcher früher in Liniboanunga gelagert war, und dessen Gebiet in der Nähe des Alexandrinasees sein soll, war ganz verschwunden, in Folge eines Krieges mit [den] eigentlichen Encounter Bay Eingeborenen. Ein junger Mensch, sagte mir, der Landmesser [von] Herrn Hall, sei dabei geblieben, vom Speere gerade ins linke Auge getroffen. Die Veranlassung zu diesem Streit soll gewesen sein, daß die Parkamejo, oder die von den Ufern des Sees, Ansprüche auf einen Wallfisch gemacht hätten, den die