Schlinke: Wenn nicht jemand dahinter gewesen wäre, so würde es wohl ein Ja gewesen sein.
Ich: Was er damit meine?
Schlinke: Wenn nicht ein Keil ihn abgetrieben hätte.
Ich: kein Keil ( 164 ) habe ihn abgetrieben, ich hätte es nicht gewußt, und, da er einwarf, dergleichen bliebe nicht verborgen, auch seine nächsten Nachbarn hättens nicht gewußt.
Wir wären beinahe in Wortgefechte gerathen, da ich ihm vorwarf, er sei ein ungalanter Mann, so gegen seine vorgebliche Geliebte zu handeln, wie er hier thäte. Hierauf ging es ans "Um Verzeihung Bitten", während dessen Bertha fortging. Schlinke versuchte mir die Hand zu geben mit abgewandtem Gesicht, ließ sie aber ohnmächtig sinken. Er ging hierauf dicht hinter Bertha heraus, was mich veranlaßte, [ihm] zu folgen, indeß sah ich ihn nicht mehr.
Die Freude, meine Bertha wie sie mir jetzt erschien, nach Hause zu begleiten, war ohne Grenzen. Den Verlauf der Untersuchung erzählte sie mir folgendermaßen:
Nachdem Herr Pastor Kavel ein Gebet gehalten [hatte], habe Schlinke seinen Vortrag gehalten, wobei er dieselben Worte gebraucht [hat], die sie und [ihr] Vater gesagt [hatten]. Er hätte dann gewünscht, da er ganz allein sei, Weimann zu seinem Beistand zu nehmen, was Herr Pastor Kavel und andere für unnöthig gefunden [hätten], da er (Kavel) mit Herrn Fiedler nicht glimpflicher umgehen werde, als mit jedem andern. Das Urtheil, was darauf vom [Herrn] Pastor und [Herrn] Seeländer gegeben [wurde], wäre gewesen, daß es unbestimmt oder bedingt sei und Schlinke mithin keine Gewißheit habe. Weimann habe auch des Pfandes erwähnt, daß sie ihm gegeben [habe]. Dieses wenn ( 165 ) und aber sei immer und immer wiederholt worden, Frau Schliefke habe indeß eine derbe Vermahnung bekommen, sich in derlei Sachen nicht zu mischen.
Noch muß ich nachholen, daß Schlinke dachte, einen kleinen Brief nach Hamburg zu schreiben, wenn er nicht recht bekomme, worauf ich und andere lachten und Pastor Kavel erwiederte, er fürchte sich vor seinen Drohungen nicht. Was er damit meinte, nahm sich niemand die Mühe zu fragen, allein später erfuhr ich, daß er mich beim Hamburger Missionsverein verklagen will.
Unbeschreibliche Augenblicke waren es, die ich Abends in Bertha's Umgange, zum Theil in ihren Armen zubrachte. --
Ich kam erst um 3 Uhr Nachts zu Bette, da Herr Füssli besoffen in meinem Bette lag und nicht zu wecken war.