Tagebuch Adelaide
Oktober 1839 - Januar 1840
Abends bei Moorhouse zum Thee, wo Prediger Newland zugegen war.

Den 27ten November 1839.
Als Br. Teichelmann und ich von den Eingeborenen zurückgekommen [waren], erhielten wir einen Besuch von Herrn Fiedler und bald drauf von Pastor Kavel, wo der Gegenstand, namentlich in Bezug auf unserer Instruction, wieder besprochen wurde; in ganz freundlich. Abends bei den Eingeborenen; Tuitpurro hatte alles behalten, was ich ihm auf der Reise in den Busch aus der biblischen Geschichte erzählt [hatte].

( 180 ) Den 28ten November 1839.
Unter andern Deutschen, die sich heute Abend bei mir versammelt hatten, um sich dem Gesuch um Bürgerbriefe(171) zu unterschreiben, war auch Herr Schlinke; er war sehr aufgeregt, entweder aus Befangenheit, oder Zorn.

Den 29ten November 1839.
Heute als am Geburtstage meiner lieben Bertha war ich natürlich in Klemzig. Meine Geschenke gefielen ihr sehr, nur meinte sie, sie überraschten sie zu sehr. Sie hatte mich eher erwartet, als ich kam, und Mathilden viele Male hinaus geschickt, zu sehen, ob ich noch nicht käme. Den Abend verbrachten [wir] sehr traulich.

Den 30ten November 1839.
Herr Fiedler ging mit mir heute Morgen nach der Stadt; unterwegs machte er den Vorschlag, wenn ich einen Timoraner kaufte, ein Kohlengeschäft zu unternehmen und den Gewinn zur Hälfte mit mir zu theilen, [auf] welchen ich einging. In der Stadt waren wir bei H. Calton, Drescher und Thomson(172). Die Eingeborenen kamen heute alle nach Piltawodlinga zurück.

Den 1ten Dezember 1839. Sonntag
Da Herr Fiedler mich und Br. Teichelmann zum Mittagbrot eingeladen hatte, so gingen wir beide nach beendigtem Gottesdienst nach Klemzig. Bertha, welche in der Kirche war, erschien heute in einem ganz von ihrem frühern verschiedenen Anzuge. Das Neue in Klemzig war, daß ein Mädchen Namens Tschendscher(173) gestohlen hatte und in Folge dessen aus der Gemeine gethan war, daß ferner die ganze Gemeine unter der Kirchenzucht, und ( 181 ) also kein Abendmahl(174) war, und zwar deshalb, weil Herr Fiedler es für unrecht erklärte, daß man ihn ohne triftigen Grund vom Abendmahl ausschlösse. Es war am letzten Abend im geheimen Rath der Klemziger viel und scharf gesprochen worden; unter [anderem] hatte Pastor Kavel geäußert, die Kirchenzucht solle durchgeführt werden, und wenn auch nur fünfe blieben, und Herr Fiedler [habe] darauf geantwotet, es werde auch nicht einer bleiben. So mußte es kommen, um Pastor Kavel von seinem Irrthum zu bringen. --

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