Herr Fiedler und seine Tochter bei größerer Vorsicht und Wachsamkeit jene Vorfälle hätten können vermeiden, doch hinzufügend, daß selbst Fiedler damals erklärte, er wisse nicht mehr von mir, daß es Gottes Wille sei, [daß ich] seine Tochter bekommen solle, als er es von Schlinken gewußt. --
Über die öffentliche Beichte sprachen wir viel ohne ganz einig darüber zu werden. Zur Vertheidigung führte er an, daß die Juden vor Johannes dem Täufer ihre Sünden bekannt [hätten], und daß der Zustand der Gemeine ein solcher gewesen [sei], daß alle der Kirchenzucht anheim [zum Opfer] gefallen seien. Er habe nicht ohne reichliche Überlegung und selbst Frucht die Sache angefangen, und ich solle ihm sagen, was er unter den Umständen, wie er sie geschildert [habe], hätte thun sollen. Ich sage ihm nicht nur meine Meinung, sondern fügte auch die Gefährlichkeit seines Verfahrens
bei, worauf er erwiederte, ich solle sie nur gewähren lassen, ich werde schon sehen, daß es ihnen recht und heilsam gewesen sei und sein werde.
Auf meine Frage, ob er mich trauen würde, ehe Nachricht von der Gesellschaft gekommen sei, falls wir es eher wünschen sollten, antwortete er erst, ich solle ihm eine Stunde Bedenkzeitgeben, dann aber, als ich ihn erinnert [hatte], daß er es mit gutem Gewissen
( 238 ) thun könne, wenn er mir so viel Vertrauen schenke, als man einem ehrlichen Mann schuldig sei, er finde keine Bedenken, weder in den Landesgesetzen noch in unserer Instruction, also
könne er nie darüber zur Rede gestellt und getadelt werden.
Zuletzt fragte ich ihn noch nach der Anklage eines Gemeinevorstehers, der gesagt [hatte], ich hätte mich so betragen, daß sich die Gemeine von uns hätte müssen zurück ziehen, ob er in diese von ihm ausgesprochene Behauptung einstimmte? Er läugnete dies, indem er nichts davon gewußt habe, er habe nur nachher gehört, daß wir Wein getrunken und gesungen haben sollten; er meinte, ich solle zu dem Vorsteher gehe und ihn darüber zur Rede stellen. Ich entgegnete, dies sei seine Pflicht, da jener zu seiner Gemeine gehöre und die erwähnte Behauptung vor ihm ausgesprochen habe. Am Schlusse beteten wir zusammen und gaben uns den Kuß brüderlicher Liebe und Eintracht. --
Krummnow, der mit Engelhardt
(197) an den Murray gegangen ist, um sich eine Stelle zu seiner Niederlassung aus zu suchen, ist weder von Pastor Kavel dazu ermuntert, noch unterstützt, aber auch nicht weiter abgerathen worden;
er soll, ehe er seinen Beruf antritt, vorbereitet und unterrichtet werden, ob dann auch ordiniert, wurde nicht gerade zu gesagt.
Herr Fiedler sagt, er denke seine Heirath werde höchstens noch ein Vierteljahr dauern. Bertha klopfte mich dabei auf die Schultern, wahrscheinlich um mich zu erinnern, sie würde heirathen, wenn ich wolle, nur wünschte sie erst wieder eine Mutter zu haben, um zu sehen, wie dieselbe sie ausstatten würde. Während der