Tagebuch Port Lincoln
September 1840 – Januar 1845
White's Station vorbei auf ihrer Reise nach Streaky Bay(074), indem am 22ten des Monats die "Waterwitch" mit Herrn Scott und Lebensmitteln an Bord zurückgekommen war. Auf Eyres Wunsch gingen beide, ich und White, mit nach seinem Lager etwa 1 1/2 Meilen westlich und blieben bis 9 1/2 Uhr.

Den 25ten October 1840. Sonntag.
[Herr] Eyre hatte uns gestern zum Frühstück auf heute eingeladen, allein Herr White hatte nicht Lust, mitzugehen, daher ging Herr Poole an seiner Statt mit mir. Gegen Mittag kam Herr White nach, ging aber bald mit Poole zurück. Ich blieb bis zum Abend, indem Herr Eyre wünschte, daß ich einige Briefe von ihm mitnehmen möchte, die er während des Tages schrieb.

Den 26ten October 1840.
Diesen Morgen kam nochmals Herr Eyre zu White, um ihm enige Heute [Häute] abzukaufen. Er nahm ihrer zwei, und ritt dann, von unsern Segenswünschen begleitet, seiner vorangegangenen Reisegesellschaft nach. Eyre ist ein äußerst erfahrener, bedächtiger und edel denkender Mann, von dem jeder, der ihn kennt, Hochachtung haben muß.

( 033 ) Herr White und ich gingen heute nach der Stadt; als wir bei Dr. Harvey ankamen, begegnete uns der Magistrat, welcher mir sagte, daß er nach mir geschickt habe, um mich auf Mittwoch, den 28ten diesen Monats vorzuladen, indem er einen Brief von Herrn Hall, des Gouverneurs Privatsekretair, erhalten [habe], des Inhalts, daß ich an den Beschützer der Eingeborenen, Herrn Moorhouse, berichtet [hätte], es sein ein Stamm unschuldiger Eingeborener von der Polizei grausam behandelt worden, worüber er eine strenge Untersuchung anstellen solle. Ich erwiederte, daß ich allerdings an den Beschützer berichtet [hätte], die Eingeborenen seien grausam behandelt worden, allein ich hätte die Polizei nicht angeklagt, sondern, mich auf einen allgemeinen Standpunct stellend, blos die harte Behandlung der Urbewohner geschildert.
Mit der "Emu", die gestern von Adelaide zurück gekommen [war], erhielt ich einen Brief von Moorhouse, der mir blos anzeigte, daß er meinen Brief, bezüglich auf die Einsperrung der Eingeborenen, erhalten habe. Von Br. Teichelmann bekam ich einen Brief, der schon am 1ten October geschrieben [worden] war, und nicht sehr angenehmen Inhalts war.

Den 27ten October 1840.
Ich ritt mit Herrn Friedrich White nach dem Todflusse; seine Absicht, sein Pferd zu haschen und meine, zu suchen, ob ich Eingeborene antreffen könne, weil man mir immer gesagt [hatte], daß ihrer viele am genannten Flusse zu wohnen pflegten. Ich fand keine. Als wir des Pferdes von Herrn White ( 034 ) ansichtig wurden, verlor ich meinen Begleiter, nicht wissend, wohin er das Pferd zu jagen gedachte, und später außer Stande, ihn wieder zu sehen oder zu hören. Nachdem ich eine lange Zeit herumgeritten [war], gab ich die Hoffnung auf, mit White wieder zusammen

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