denken war, so gingen ich und Teichelmann ans Land; als mein Fuß zum ersten Male den Boden dieses Landes berührte, fühlte ich mich zum herzlichen Danke verpflichtet dem großen Wohltäter, der mich vor allen Gefahren auf den trüglichen Wogen des Meeres und unter den Stürmen des empörten Windes so gnädig bewahrt und mich gesund und glücklich hierher gebracht [hatte].
Es ging etwas in meinem Innern vor, da sich wohl empfand, wofür ich aber keine Worte hatte; möge der allmächtige Gott während meiner Pilgerschaft in diesem meinen neuen Vaterland mich so glücklich lassen, als ich bei den ersten Schritten darin war.
Nachdem wir mit Seiner Excellenz gesprochen [hatten], gingen wir hinauf zur Stadt,
zu der der Weg durch einen dünn bewachsenen Wald führt. Wir
entdeckten bald zwei Irrthümer, die in Deutschland gänge und
gäbe sind, nämlich daß die Blumen hier zu Lande nicht
riechen und die prachtvollen Vögel nicht singen sollen, vom
Gegentheil überzeugten uns jetzt unsere Nasen und Ohren. Bei den
Bäumen fällt einem auf,
1) die schirmartige Krone,
2) das dünne Laub, ähnlich ( 45 ) dem Laub unserer Weiden,
3) der kahle, zweigarme Stamm, dicke Äste sind jedoch gar nicht selten, aber diese bilden wieder einen Stamm für sich und ohne kleine Zweige, ausgenommen ganz in der Spitze,
4) das al[l]mähliche sich Abschälen und Erneuern der Rinde, ähnlich dem unserer Platanen(55).
Buschwerk und niedriges Gestrüpp findet sich gar nicht, so weit ich gekommen; das macht die neuholländische Wälder licht und kahl; das Gras steht sehr dünn, in kleinen runden Büschen, um die rund herum sich der baare [nackte] Boden zeigt. Von Blumen finden wir nur wenige Arten, die klein und dicht an der Erde waren. Man muß hier überhaupt gar nicht das Paradies erwarten, welches sie südliche Breite des Landes erwarten lassen sollte, und das, was die Reisenden vorschützen möchten. Das üppige Wachsthum Amerikas mit seinen ungeheuer großem
und reichen Laubwerk, wie Palmen, Bananen und dergleichen findet sich hier durchaus nicht.
Die länger hier Gewesenen trösten uns damit, daß dieses Jahr der Regen aus geblieben sei, welcher Umstand die Natur so arm gemacht habe.
Nachdem wir die 1 1/2 deutschen Meilen vom Ufer zur Stadt zurückgelegt [hatten], waren wir hungrig und durstig. Nachdem wir gegessen [hatten], sahen wir uns ein wenig um, wobei uns das hübsche steinerte Kirchlein mit seinem Thurm, Uhr und Glocke auffiel. Es macht der englischen Gottesfurcht in der That alle Ehre, daß man für ein bequemes Gotteshaus gesorgt [hat], während die Menschen selbst in kleinen Hütten leben. Nicht weit von der Kirche sahen wir zum ersten Mal