mehreren andern, so daß der Nachmittag ziemlich verloren war. Während des Abendgottesdienstes aber hatten Bertha und ich das Haus allein. Trauliche Gespräche, einige Gedichte aus [Theodor] Körner
(147), [u. a. Lützows wilde Jagd
(148)] und Ferdinand Kavels Stammblatt für Bertha, nebst dem Schlusse des begleitenden Briefes waren Gegenstände unserer Unterhaltung. Später kamen Fritz und Ferdinand Kavel und bei einen Glase Wein und einer Pfeife Taback wurde bis halb ein Uhr geplaudert. Während dieser ganzen Zeit saß Bertha zu meiner Rechten mit mir aus einem Glase trinkend. Als die Rede auf Herrn Fiedlers Reise nach Hahndorf kam, versprach ich mitzugehen. Unterwegs sagte ich Kleinschmidt mein Verhältniß zu Bertha unter der Bedingung, es nicht auszuplaudern.
Den 23ten September 1839.
Um 11 Uhr war ich in Klemzig. Herrn Fiedler hatte der gestrige Abend schlecht behagt, er meinte, wir hätten gesündigt. Beim Weggehen fragte Bertha: Sie kommen doch über Klemzig zurück? --
Die Hinreise war in keiner Rücksicht merkwürdig, ebenso wenig der Aufenthalt in Hahndorf selbst, außer daß ich Herrrn Pastor Kavel sagte, ich würde Krummnow nicht mit nach Encounter Bay nehmen.
Den 24ten September 1839.
Auf dem Rückwege sprachen Herr Fiedler und ich über meine und seine Liebe, da wir allein waren. Er sagte, wie unwohl ihm sei, wenn ein Tag verginge, ohne seine Geliebte zu sehen, und wie sehr erklärlich er es finde, wenn es mir und Bertha nicht besser ginge.
( 139 ) Ich fragte ihn, was ich schon von Bertha erfahren hatte, ob Pastor Kavel mein
Verhältniß zu ihr wisse, was er bejahte. Derselbe hat sich nur sorgfältig erkundigt, ob Schlinke etwa auf sie mit Grund bestehen könne, von meiner Seite sonst gar nichts eingewandt. Herrn Fiedler meinte, als ich seine Aufmerksamkeit darauf lenkte, daß ich gar keine Bedenken noch irgend eine Besorgniß zu haben brauche wegen des von mir gethanen Schrittes, vielmehr wäre ich mit Gehülfin freier in meinem Berufe als ohne eine solche. Das waren trostreiche Worte.
Abends kamen wir mit nassen Füßen zu Hause; Bertha, erfreut über unsere nicht mehr erwartete Ankunft reichte mir nicht allein ein reines Paar Strümpfe, sondern machte mir auch ein Fußbad; als ich das Wasser ausgießen wollte, riß sie mir das Gefäß aus der Hand und that es selbst. Später bereitete sie mir ein herrliches Lager, auf welchem ich wie ein Prinz ruhte. Als sie mir gute Nacht sagte, hätte ich mich noch gerne mit ihr einige Stunden unterhalten, allein die Rücksicht auf die Kleinen verhinderte es. Herr Fiedler sagte mir am Nachmittag, daß er der Bertha wiederholt die Entfernung sowie die Beschwerden vorgehalten [hatte], in welche sie von mir geführt werden würde, daß sie sich aber erklärt [hätte], sie wolle alles gern erdulden.