Abendgottesdienstes aber hatten Bertha und ich das Haus allein. Trauliche Gespräche, einige Gedichte aus [Theodor] Körner
Den 23ten September 1839.
Um 11 Uhr war ich in Klemzig. Herrn Fiedler hatte der gestrige Abend schlecht behagt, er meinte, wir hätten gesündigt. Beim Weggehen fragte Bertha: Sie kommen doch über Klemzig zurück? --
Die Hinreise war in keiner Rücksicht merkwürdig, ebenso wenig der Aufenthalt in Hahndorf selbst, außer daß ich Herrrn Pastor Kavel sagte, ich würde Krummnow nicht mit nach Encounter Bay nehmen.
Den 24ten September 1839.
Auf dem Rückwege sprachen Herr Fiedler und ich über meine und seine Liebe, da wir allein waren. Er sagte, wie unwohl ihm sei, wenn ein Tag verginge, ohne seine Geliebte zu sehen, und wie sehr erklärlich er es finde, wenn es mir und Bertha nicht besser ginge.
Abends kamen wir mit nassen Füßen zu Hause; Bertha, erfreut über unsere nicht mehr erwartete Ankunft reichte mir nicht allein ein reines Paar Strümpfe, sondern machte mir auch ein Fußbad; als ich das Wasser ausgießen wollte, riß sie mir das Gefäß aus der Hand und that es selbst. Später bereitete sie mir ein herrliches Lager, auf welchem ich wie ein Prinz ruhte. Als sie mir gute Nacht sagte, hätte ich mich noch gerne mit ihr einige Stunden unterhalten, allein die Rücksicht auf die Kleinen verhinderte es. Herr Fiedler sagte mir am Nachmittag, daß er der Bertha wiederholt die Entfernung sowie die Beschwerden vorgehalten [hatte], in welche sie von mir geführt werden würde, daß sie sich aber erklärt [hätte], sie wolle alles gern erdulden.