Den 25ten Dezember 1839.
An dem heutigen Feste [feiern] wir fünf wieder das heilige Abendmahl. Herr Kook, der gestern Abend zu mir kam und bei mir übernachtete, klagt sehr über Pastor Kavel's Herrschsucht.
Abends hatten die Wirrameyunna ein glänzendes Kuri, wobei mir auffiel, daß zwei Jammaiamma ein ausgespanntes 4eckiges Netz mit 4 Haarbüscheln an den Ecken in der Hand hatten und das Spiel
( 203 ) leiteten. Nachdem dies beendigt war, hatte Mullawirburka mit seinen Leuten ein bedeutendes Unjawaieti, [wie] die Eingeborenen sagen, und es scheint mir gegründet, daß den Nordleute das Kuri und den Südmännern das Unjawaieti eigenthümlich ist.
[Auch hier ist wieder ein Tatzenkreuz/Prankenkreuz eingefügt, allerdings ohne weiteren Bezug.]
(Abb. 03)
Tatzen- oder Prankenkreuz
Den 26ten Dezember 1839.
Die Zahl meiner Schüler belief sich heute auf etwa 18, einige Erwachsene abgerechnet. Zu Mittag war ich in Klemzig. Bei meiner Ankunft war Bertha in der Kirche und auch Nachmittag gab es wenig Gelegenheit zur Unterhaltung, so daß wir aus lauter langer Weile mit Herrn Cook nach Payneham
(189) zum Thee gingen. Es war heute viel Volks aus Hahndorf und Glen Osmond in Klemzig um der allgemeinen Gemeineversammlung mit bei zu wohnen. Herrn Cook, der sich auch dabei eingefunden [hatte], hatte man abgewiesen,
weil er nicht in die Gemeine aufgenommen [worden] sei; der Schullehrer Kavel sagte mir, daß die Gegenstände der Berathung einige von der südaustralischen Compagnie erhaltene Wasserfässer und die Ehe gewesen sei. Bei Besprechung über letztere sei auch meiner gedacht worden. Es wird mir alle Tage klärer, daß Pastor Kavel herrschen, keines weges aber ein brüderliches Verhältniß will.
Bertha und ich genossen einen herrlichen Abend im Garten; ich wunderte mich ernstlich über ihre Nachgiebigkeit
and dann über die darauf folgende Schamhaftigkeit. Beinahe
( 204 ) hätte ich keinen Abschied von ihr nehmen können, da sie, während ich von den Gästen Abschied nahm, gerade mit ihrem Vater und
dessen Braut in der andern Stube war, und weil sie nicht gehört oder gesehen [hatte], daß ich gehen wollte, so mußte [ich] eine gute Zeit draußen warten, ehe sie herein kam. Saurer als heute ist mir noch nie ein Abschied von ihr geworden.