Tagebuch Adelaide
Januar 1840 - Juni 1840
Den 14ten Januar 1840.
Ich war heute bei den Herren McLaren, Stephens(193) und Rowlands, um mich zu erkundigen, ob die kürzlich von uns in Empfang genommenen £ 100 der jährliche Beitrag von Herrn Angas oder Extra sei; was mir aber keiner sagen konnte, nur, daß die beiden letzern glaubten, jenes Geld sei eine besondere Summe. Ehe ich ging, hatte ich mir schon die mit der Geldangelegenheit in Verbindung stehenden Papiere von Br. Teichelmann ausgebeten; da er sie mir aber auch nun noch nicht geben wollte, so habe ich ihm erklärt, daß ich nichts mehr mit der Sache zu schaffen haben wolle. Mußte ich mich doch von Hern Stephens an die von ihm gemachte Beschwerde erinnern lassen.

Nachmittag schickte ich zwei eingeborene Knaben mit einem Zettel an Herrn Fiedler nach Klemzig, die mir eine kurze Antwort zurückbrachten. So unbedeutend dies an sich ist, so bedeutsam ist es für den, der die Eingeborenen kennt. Einem von den Knaben fiel mein englisches Wörterbuch in die Augen, und sogleich ( 217 ) sagte er alle Buchstaben des hinten aufgedruckten Wortes: "Wörterbuch" her, bis auf den letzten, den die Eingeborenen in ihrem A B C nicht haben.

Den 17ten Januar 1840.
Bei meinen Besuche in Klemzig sagte ich Bertha, daß Br. Teichelmann mir gerathen [habe], uns bald zu verheirathen und daß ich es auch thun würde, falls das Verhältniß zu ihrer neuen Mutter sich ungünstig gestalten würde. Sie meinte, sie sei noch so jung, sie würde ja dann in wenigen Jahren ein alt Weib sein.

Den 18ten Januar 1840.
Ich habe heute unsere vierteljährige £ 25, da Teichelmann sich nicht dazu verstehen wollte, weil Herr Stephens ihm gesagt [hatte], es läge bei uns, ob wir nach Empfang von 20 £ von Freunden und 20 £ von der Regierung noch auf einen Freund ziehen wollten. Auf seinen Rath [hin] ließ ich das Geld auf Zinsen in der Bank, wo wir es, sobald wir es bedürfen, haben können.

Heute Abend waren Teichelmann und ich bei allen 3 Haufen der Eingeborenen; bei den Marimejenna hörten wir, daß der Wikandi partanna seine Frau gespeert [habe], wegen von ihr getriebener Unzucht, bei den Wirramejunna, die in zwei Haufen geteilt waren, erfuhren wir, daß Badni* und Yurinna* des Kartanjalis* Frau zu Speeren gedacht hatten, weil sie ihren unzüchtigen Zumuthungen nicht ( 218 ) hatte willfahren wollen. Dem ersteren drohte ich, wenn er nicht seine Frau lebend brächte, dem Gouverneur zu sagen, daß er ein Mörder sei und gehängt werden müsse. Den letzteren machten wir Vorstellungen von der Schlechtigkeit ihres Betragens, so wie vom Zorn Gottes über dasselbige, so daß sie versprachen, es nicht wieder zu thun.

Den 19ten Januar 1840. Sonntag.
Heute waren Herr Bothe und Ferdinand Aldenhoven bei uns zum Gottesdienst; Kleinschmidt fehlte. Herr Bauer, den ich nach der von Julius Fiedler

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