Ich erzählte es dem Vater, was vorgegangen sei, nämlich daß ich Bertha verloren habe. Er wollte es anfangs nicht glauben, wie ich aber ihre Worte sagte, verstand er und sagte, daß ihm das Mädchen schon so vielen Kummer gemacht habe, tief aufseufzend. Doch fügte er zu meinem Troste bei, ich solle noch nicht die Hoffnung aufgeben, er wolle noch mit ihr reden.
Wie mir Bertha versprochen [hatte], so blieb sie mir zu Gefallen zu Hause und ließ Mathilde in die Abendstunde gehen: ich sagte ihr, was [ihr] Vater gesagt [hatte], was einen solchen Eindruck machte, daß sie von Stund an anders ward. Wir saßen auf ihrem Bette, und da war es, wo unsere Liebe sich wieder fand; sie gab mir einen Kuß darauf, daß sie wieder die meinige sein werde, unter der Bedingung, daß ich mich mit Pastor Kavel versöhne. Auch beim Abschied gab sie mir einen freiwilligen Kuß, ja sie kam zu mir auf meine Ecke, wo man uns aus der andren Stube
Wie begreife ich meine Braut? Bald kommt mirs vor, als sei die ganze Geschichte ein Weiberkniff gewesen, um mich zu necken und sich zu weiden, was sie doch leugnet; bald denke ich, was ich fürchte, dies ist der wahre Grund, daß Bertha's Liebe geschwunden gewesen sei, weil sie ihren Vater mir abhold [abgeneigt] glaubte. Aber wie konnte ihre Liebe so ganz schwinden, wie konnte sie den Nachmittag mir ihrer Schwester heiter sein, und mich ängsten? Wie konnte sie den Entschluß schon fassen, wie sie mir sagte, mir alle meine Geschenke wieder zurück zu schicken? Wie konnte sie ihrer Schwester glauben, die ihr schon seit längerer Zeit gesagt [hatte], daß aus uns noch kein Paar werden würde?
O Bertha! Bertha! welch ein Stein des Anstoßes, fürchte ich, wird dieser Vorfall für die Zukunft sein? Wann soll ich Deine Liebe, als ganz auf mich gegründet, betrachten? Sagtest Du doch selbst, Du wüßtest selbst nicht, worauf Du sie bisher gegründet hättest.
Mit dem Vater sprach ich nachher beim Weggehen noch einiges. Er freute sich, daß wir einander wieder gefunden hatten. Er fügte hinzu, daß es ein übles Licht auf sie geworfen haben würde, wenn sie mich auch abgedankt hätte.