( 279 ) Den 21ten Mai 1840.
Ich sammelte während des Tages einige Supscriptionen und ging Abends zusammen mit Br. Teichelmann zu Herrn
Stevenson, um ihn zu ersuchen, die Anzeige in seiner Zeitung nebst den Unterschriften, aufzunehmen und das Unternehmen in seinem Hauptaufsatz zu erwähnen. Er änderte die Anzeige in etwas, weigerte sich aber der gewünschten Erwähnung.
Den 23ten Mai 1840.
Bertha ist diesen Abend verlobt worden.
Ich wünsche Dir, einst meine Theure!, alles Glück, mögest Du in Deinem Bräutigam finden, was Du in mir vermißtest.
Den 24ten Mai 1840. Sonntag.
Es war eine ziemliche Anzahl von Eingeborenen versammelt; ich las ihnen die Zehn Gebote vor, und suchte ihnen
dieselben kurz verständlich zu machen; sie waren ziemlich aufmerksam. Herr Moorhouse war das erste Mal zugegen.
Den 25ten Mai 1840.
Nachem wir zur
Feyer gewesen [waren], gingen wir zurück, um die Eingeborenen in Ordnung oder in eine Reihe von zwei und zwei zu bringen, was so ziemlich gelang. Henry Calton war hiebei etwas thätiger als wir und Moorhouse wünschten. Die Eingeborenen gingen zu zwei und zwei und da ihrer mehr als 300 Seelen waren, so bildeten
sie eine ziemlich lange Reihe. Vor dem Regie-
( 280 ) rungshause angelangt, sangen die Kinder die beiden Verse, die ich gemacht; sie würden besser gesungen haben, wenn sie dichter zusammen gestan-
den hätten, und wenn Br. Teichelmann uns mehr unterstützt hätte. Darauf richtet Br. Teichelmann mehrere Fragen an die Kinder über die Erschaffung der Welt und der ersten Menschen und so weiter, die ich ins Englische übersetzte. Dann buchstabierten die Kinder und sagten die Zahlen an, welches ersteren aber sehr schlecht ging, weil Br. Teichelmann die neueste Tabelle gewählt hatte, welche den Kindern noch ganz neu war. Hierauf las ich sämtlichen
Eingeborenen die zehn Gebote vor und übersetzte dann die Anrede des Gouverneurs. Nachdem die
Eingeborenen dieses beides aufmerksam angehört [hatten], setzten sie sich zu Tische, aßen Rindfleisch, Zwieback und tranken Thee.
Während dessen machte ich die Bekanntschaft des Methodistenpredigers Egglestone
(220); den ich den Sonntag vorher hatte predigen hören über Jonas 1, 6. McDougall
(221) bat sich von mir die Zehn Gebote und die Anrede des Gouverneurs samt deren Übersetzung aus, die ich ihm nach einigem Zögern gab. --
Abends beim Gouverneur machten ich mehrere Bekannt-
( 281 ) kanntschaften, als Drummonds
(222), Nixons
(223), Reynells
(224), und so weiter.
Nach dem Mittagsmahl, bei dem einige "Gesundheit" getrunken wurden, verfügte sich die Gesellschaft wieder in die Damenzimmer, wo Fräulein Gawler, Frau