Tagebuch Adelaide
Januar 1840 - Juni 1840
Wyatt; Herr Wyatt, Knott(225) und andere abwechselnd musikalische Stücke vortrugen. Herr McLaren sprach viel und freundlich mit uns. Pastor Kavel war mit seiner Schule zugegen.

Den 26ten Mai 1840.
Die Zeitung sprach sich tadelnd über die Probe mit den Kindern aus(226).

Den 27ten Mai 1840.
Bei Drescher; seine Frau fragte mich, was für ein Mann Herr Teichelmann sei, ob er nicht etwas eingebildet sei. Das erklärt mir Dreschers Ausbleiben an den Sonntagen.

Den 28ten Mai 1840.
Wieder bei Descher, mit Bothe zusammen, der mich zum nächsten Donnerstag zu sich einlud.

Den 30ten Mai 1840.
Julius Fiedler besuchte mich, erzählte mir, daß Bertha ihm nach dem Zerfall mit mir ihre Liebe angeboten, aber schon war er das nächste mal nach Klemzig gekommen, [sie] wieder mit Schlinke in Verbindung gestanden habe. Er sprach sehr unchristlich von ihr, wie vom Vater, von dem er mir sagte, daß er, als er bald nach dem Bruch zwischen Bertha und mir in Neuschlesien gewesen [sei], diesen Vorfall nicht nur ihm ( 282 ) und seinen Leuten erzählt, sondern auch geäußert [habe], er sähe selbst ein, daß ich kein Mann für Bertha sei, daß ich gar nicht das sei, wofür ich nach Südaustralien geschickt sei. Wieviel hiervon zu glauben [ist], wird mir schwer, zu entscheiden.

Den 31ten Mai 1840. Sonntag.
Die meisten Eingeborene sind seit dem 25ten fortgegangen, so daß die Zahl unserer Schüler in der vergangenen Woche gering war, und ebenso heute die Zahl meiner Zuhörer. Ich las die Zehn Gebote vor und erzählte ihnen die Umstände, unter denen sie gegeben seien. Da Br. Teichelmann heiser war, so verrichtet ich den Gottesdienst; ich las eine sehr belehrende und erbauende Betrachtung aus Porst über die Anfechtungen des Satans. Kleinschmidt am Himmelfahrtstage, den 28ten diesen Monats zur Aufnahme in die Klemziger Gemeinde gemeldet.

Den 1ten Juni.
Ich ging mit Herrn Meyer nach Klemzig, um mir von Herrn Fiedler Geld geben zu lassen. Bertha, die bis zur Ungebührlichkeit freundlich war, sagte mir indeß, daß er mit dem Herrn Pastor zu mir gegangen sei. Bertha lud mich ein, mich niederzulassen, indeß ging ich gleich zu Frau Pastor, welche mir erzählte, daß Herr August Fiedler seiner Tochter Verbindung mit Schlinke nach Hahndorf geschrieben, und daß letztere schon zwei Mal mit ihrem Gesuche, aufgeboten zu werden, abgewiesen sei, weil er (Pastor Kavel) erst mit mir sprechen müßte, weshalb er nun eben zu mir gegangen sei. Br. Teichelmann er- . . . . . . . . . . . . . . . .

[An diesem Punkt endet der Adelaider Teil des Tagebuchs abrupt und wird erst im September mit dem Teil aus Port Lincoln fortgesetzt.]

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