( 008 ) Den 11ten September 1840.
Mit Tagesanbruch wurde der Anker wieder gelichtet, aber indem wir beim Kreuzen zu nahe an das Ufer des Cannales kamen und das Wasser, weil es Ebbe war, schnell ablief, ging das Schiff auf den Grund, so daß wir bis zum Abend der nächsten Fluthzeit nicht von der Stelle kamen. Sobald wir wieder flott waren, ging es mit ziemlich günstigem Wind weiter, aber beim Ausgang aus dem Cannal ging das Schiff zu weit rechts über die Baaken
(009) hinaus und wir saßen abermals fest. Um Mitternacht lagen wir auf trockenem Sand, so daß wir um das Schiff herum spazieren konnten. Bei der Rückkehr der Fluth gegen Morgen waren wir wieder flott geworden, ohne daß ich etwas davon gewahr wurde, indem ich fest schlief. Herr Kilburn
(010), der Eigenthümer der "Alice", sagte mir zu meinem großen Erstaunen, daß keine Lebensmittel für mich an Bord gekommen [waren].
Den 12ten September 1840. Sonnabend.
Mit günstigem und ziemlich starken Wind segelten wir den Golf hinab. Gottfried war sehr seekrank.
Den 13ten September 1840. Sonntag.
Der Wind ward uns ungünstig, dabei war es stürmisch und regnerisch, so daß mehrere seekrank waren. An Gottesdienst war daher nicht zu denken. Ich las für mich aus Woltersdorfs
(011) Psalmen und verbrachte den
größten Theil des Tages im Bette.
( 009 ) Den 14ten September 1840.
Den ganzen Tag widrigen Wind sonst angenehmes Wetter. Dabei genossen wir die beständige Aussicht auf Yorkes Halbinsel
((012) (013) (014)), die Känguruinsel
((015) (016)) und Althorps Insel
(017), die das einförmige Hin und Her [der] Schiffe vor der letztern einigermaßen erheiterte. Ich las das lange und schöne Lied von Woltersdorf: "Er ist doch noch in seiner Stadt“ pp. Der Capitain und der ältere Kilburn wurden heute Abend etwas dreist in Ausdrücken, so daß ich mich veranlaßt fand, dem erstern eine ihn etwas beschämende Antwort zu geben.
Den 15ten September 1840.
Die Nacht über hatten wir gutes Wetter und günstigen Wind gehabt, so daß ich, wie ich heute Morgen aufs Vordeck kam, die Gam[pb]ierinseln
(018) (019) dicht vor mir sah. Der Wind nahm mir meinen Stohhut, was ich einigermaßen bedaure, da ich in Port Lincoln keinen wieder bekommen kann. Kurz vor Abend schifften wir um die Südostspitze der Thistleinsel
(020) herum zu unserm spätern großen Bedauern. Denn die Nacht war sehr finster, dabei wehete ein heftiger Nordost, der uns jede Stunde auf die Ostküste der genannten Insel oder des Festlands zu werfen drohte. Wir waren zuletzt so lange hin und her gegen den Wind gekreuzt, daß wir nicht mehr wußten, wo wir seien. Dazu kam, daß der Capitain und Herr Kilburn nicht recht wußten, wer von ihnen
( 010 zu befehlen habe, daher auf einander schmollten und unsere Lage mit wetteifernder Gleichgültigkeit ansahen. Wir waren alle froh, als