Tagebuch Port Lincoln
September 1840 – Januar 1845
doch den Nummalta, uns nach dem Schiff in Puyundo zu begleiten. Indeß ( 088 ) ließen [sie] uns nicht unbewacht ziehen, sondern schickten uns auf ein oder zwei Meilen etwa fünf Mann nach, wahrscheinlich um zu beobachten, ob wir etwa eine Absicht mit ihren Weibern hätten. Aus eben dieser Ursache, glaube ich, suchten sie auch unsere unsere Weiterreise zu verhindern. Der Ort, wo die Urbewohner gelagert waren, heißt Nganki, auf einer kleinen Halbinsel gelegen. Nummalta führte uns von hier bald landeinwärts über steile Sandhügel und tiefe grasreiche Gründe um die Krümmung der Küste abzuschneiden. McEllister ging indeß bald wieder die Geduld aus; er wollte rückwärts weiter und als er uns dazu wenig geneigt fand, und wir außerdem auf auf einen See stießen, den er für einen Arm der Bai hielt, den wir zu umgehen hätten, so ritt er plötzlich mit Ngulga, der ebenfalls zurück zu gehen wünschte, weil er sich auf dem ihm unbekannten Boden nicht wohl fühlte, in vollem Gallop zurück. Es blieb uns nichts andres übrig, als ihm zu folgen, allein auf die Nachricht [hin], daß das gesehene Wasserbecken ein Landsee sei, ließ er sich vermögen, wieder vorwärts zu ziehen. Nach einem scharfen Ritt von etwa zwei Stunden bekamen wir die Schiffe zu Gesicht, lagerten uns eine kurze Zeit, um unsere Pferde etwas zu ruhen und selbst ein wenig zu genießen, und ritt dann meistens im Gallop unserm Ziele zu. Etwa um vier Uhr waren ( 089 ) wir da, und trafen glücklicher Weise ein Boot mit seiner Mannschaft am Lande, so daß wir, nachdem wir unsere Pferde getränkt und auf die Weide geführt hatten, gleich an Bord der "Pallas" gehen konnten. Der Capitain dieses Schiffes war ein Amerikaner, und schien nicht sehr leutselig; doch gab er uns ein Abendbrot und schickte uns dann wieder ans Land, um die bei den Pferden zurückgelassenen an Bord zu holen, für die er wegen der Eingeborenen einige Besorgniß zu hegen schien. Er meinte, er könne die Urbewohner nicht leiden, sie hätte ihnen Kleidungsstücke entwendet und wären sehr geneigt, mit Steinen zu werfen, woraus zu schliessen war, daß sie nicht auf sehr freundlichem Fuße mit ihm waren. Übrigens ergab sich hier, daß uns Juramunko nicht sowohl irre geführt, sondern daß wir ihn nicht völlig verstanden [hatten], indem die Schiffsbo[o]te alle Tage nach der entgegengesetzten Küste fahren und oft Leute auf die Höhen stellen, um nach Wallfischen aus zusehen. Ehe wir ans Land gingen, besuchten wir noch den Capitain des andern Schiffes "Meuse", einen Franzosen, der uns sehr freundlich aufnahm, und sofort zum Übernachten einlud. McEllister und ich gingen indeß mit dem Boote ans Land, um unsern eingeborenen Begleiter etwas zu essen zu bringen und ( 090 ) nach unsern Pferden zu sehen. Der Abend wurde in Unterhaltung verbracht, deren Ton wir mitunter nicht gefiel, namentlich was Barnett betraf, der sich etwas zu gütlich an dem reichlich angebotenen Coniac [Cognac] gethan zu haben schien.

Den 12ten Juli 1841. Sonntag.
Am folgenden Tage etwa um 11 Uhr gingen wir, vom Captain und Doctor begleitet, ans Land, reichlich mit Lebensmitteln für uns selbst und unsere schwarzen Begleiter versehen, verabschiedeten uns von unsern Freunden, sattelten und ritten noch am selben Tag bis nach Ngaralatta zurück, wo wir die Nacht vom 10ten auf den 11ten Juli gelagert gewesen waren. Wir stießen auf zwei