Tagebuch Adelaide
Mai 1838 - September 1838

daß ich mich dagegen erklärte, auch Br. Teichelmann, in so fern durch die Verschmelzung der Ureinwohner mit den Europäern die Sprache der ersteren untergehen würde, und da Seine Excellenz und Herr Hall(020) dies für natürlich fanden, äußerte er, daß er alles thun würde, um des Volkes Sprache zu erhalten. Dies war mir von ihm unerwartet und verursachte mir nicht geringe Freude.

Auch sagte der Gouverneur, daß an [die] 20 Ureinwohner in Adelheid wären, die für Lohn arbeiteten und die wahrscheinlich etwas von der englischen Sprache gelernt hätten. Auf diese Leute hab ich in Gedanken mein Augenmerk schon gerichtet, als auf unsere künftigen Lehrer und als Schlüssel zu ihren Landsleuten.

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Heute Morgen wurden wir alle auf eine etwas unsanfte Weise geweckt, die zugleich geeignet war, uns an die Lage zu erinnern, in der wir leben, so wie an den Allmächtigen Gott, der allein uns darin erhalten muß und kann. Es erhob sich nämlich ( 013 ) plötzlich ein starker Wind, begleitet von einem zwar nur kurzen aber heftigen Regengusse.

Den 17ten Juni 1838. Sonntag.
Da man eine derartige Erscheinung sich nicht vermuthet hatte, so waren alle Segel aufgezogen und das eben wars, was uns in nahe Gefahr brachte, indem man wegen des heftigen Windes und Regens der Segel nicht Herr werden konnte, und der Wind das Schiff mit den vollen Segeln gewaltig herum warf. [Mit] Anhaltender Anstrengung gelang es indeß, die Segel ein zu ziehen, doch konnte nicht verhindert werden, daß eins von ihnen in Stücken ging. Vielleicht daß das Zerreißen des dicken Segeltuches das starke Rauschen verursachte, was wir in unsern Betten hörten und was nicht wenig zu Vermehrung unseres Schreckens beitrug. Gott sei gelobt, der seine starke Hand über uns hielt und uns vor Unglück bewahrte.

Den 20ten Juni 1838.
Die Äußerung unserer Ansichten in Betreff auf die Neuholländer(021) und ihren Zustand veranlaßte Herrn Hall, heute tiefer in den Gegenstand einzugehen. Als ich im Laufe des Gespräches in den Fall kam, entweder feige mit meinen Ansichten vom Rechte der Urbewohner und dem entgegengesetzten der Engländer hinter dem Berge zu halten, oder sie frei heraus zu sagen, so zog ich natürlich das letzte vor, selbst auf die Gefahr [hin], die Freundschaft des Herrn Hall zu verlieren. Ich sagte nämlich, daß man es den Indi[an]ern [in Amerika] nicht verdenken könnte, wenn sie nach ihrer Unabhängigkeit strebten, daß doch die Engländer sich die Oberherrschaft nur angemaßt hätten. Auf seine Frage: "Ich wäre denn wohl auch ( 014 ) gegen ihr Gehen nach Südaustralien", ließen mich meine Grundsätze nur antworten: "[Das] versteht sich". In Folge dieser Unterhaltung gab er mir ein Buch vom Gouverneur, enthaltend Aussagen von Zeugen über den Einfluß der englischen Colonien auf die Ureinwohner(022), das ich jetzt mit großem Interesse lese, obschon es in einer etwas weitläufigen und steifen Form verfaßt ist.

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