verpflichtet ist. In eben dieser Ausschließung des in einer Winkelanstalt erzogenen Heidenboten zeigt an, daß die Missionssache, so wie sie jetzt ist, nach dem Urtheil der ganzen evangelischen Kirche nicht kirchlich ist.
Beantwortung der Einwürfe, die dagegen gemacht zu werden pflegen.
[Die Seiten
( 28-29 ) wurden vorausschauend leer gelassen, für die spätere Beantwortung.]
( 30 ) Den 3ten August 1838.
kamen wir Abends 9 Uhr im Hafen von Rio de Janeiro
(38) an. Obwohl es schon finster ward, als wir dem Lande so nahe kamen, daß wir Gegenstände unterscheiden konnten, so gewährte der sternenhelle Himmel uns doch so viel Licht, daß wir die wunderbaren Spitzen und zackigen Felsen der Küste wahrnehmen konnten. Der Eingang des Hafens ist schmal, etwa 3 mal so breit als die Elbe bei Dresden, und läßt nicht den großen herrlichen Hafen vermuthen. der sich dahinter stundenweit nach Westen erstreckt. Rechts und links von von dem Eingange liegen kleine Inseln, auf deren einer sich ein Leuchtthurm mit einem sich drehenden Lichte befindet. Am hervorstechendsten unter allen diesen Felsgestalten ist der sogenannten Zuckerhut
(39), dicht an der Hafeneinfahrt, der sich 700 Fuß über das Meer erhebt, und wie sein Name andeutet, genau die Gestalt eines sich nur wenig nach Südwest lehnenden Zuckerhutes hat.
Seine steilen Wände scheinen es unmöglich zu machen, ihn ohne alle Vorrichtung zu besteigen, gleichwohl hörte ich von Herrn Pastor Neumann
(40), daß solches früher schon von deutschen Matrosen und neuerdings von einigen englischen Seeofficieren geschehen sein solle; indeß bezweifelte auch er die Möglichkeit. Zu beiden Seiten des Einganges zum Hafen liegen Festungen, die denselben vollkommen beherrschen, und jede Eroberung unmöglich machen. Von einer derselben wurden wir angeredet, und nachdem die gewünschte Auskunft über unser Schiff durch ein Sprachrohr ertheilt war, zündeten sie
( 31 ) sie ein helles weitscheinendes Licht an, zum Zeichen unserer Ankunft für eine dritte Festung, die mitten im Wasser, nicht weit von der Stadt auf einem Felsen erbaut ist. Von dieser wurde das Zeichen beantwortet und uns, als wir eine Strecke im Hafen waren, zugerufen, unsern Anker zu werfen, was meist nicht sogleich geschah. Wir wunderten uns über diese englische Insolenz [Anmaßung], die so wenig die Gesetze fremder Häfen achten, recht sahen wir am folgenden Tage, daß dieselbe vor andern englischen Schiffen, vermuthlich von einem Kriegsschiffe noch viel weiter getrieben wurde, indem sie viertel, halbe Stunden lang und länger die Festungsbeamten schreien ließen: "Let go your anchor", bevor sie es thaten. Zum Beweise, daß ihr solcher Befehl ein Ernst sei, feuerte die Festung ein Mal eine Kanonenkugel ab, deren Schwirren wir deutlich vernehmen konnten.