können, da ihnen sowohl eine Orgel, als ein guter Vorsänger fehlt, und was noch viel schlimmer ist, die vornehmen Kaufleute selbst sich des Singens schämen. Ich erkundigte mich nach einer deutschen Schule, erfuhr aber zu meinem Leidwesen, daß weder jetzt eine solche vorhanden, noch Hoffnung da sei, daß bald eine entstehen werde, obwohl schon die Rede davon gewesen [sei]. Die Erziehung der Kinder, sagte man mir, finde gewöhnlich in portugiesischen Schulen statt, oder werde ganz vernachlässigt. Den Brasilianern ertheilte Neumann ein besonderes Lob. Die Europäer kommen wenig in Berührung mit [ihnen], indem jeder die Gesellschaft seiner Landsleute sucht. Ich war in zwei brasilianischen Kirchen und fand aber zu meiner Verwunderung keine Sitze, sondern an den Seiten nichts als Altäre und in der Mitte ein leeres Schiff, woraus ich schloß, daß nie oder selten gepredigt wird. Auch in die Messe geht das Volk sehr wenig und überhaupt liegt mir in allen Ansiedelungen der Europäer, so auch hier, das Christenthum sehr danieder.
Ich ging in der Folge fast alle Tage ans Ufer, wozu mir die Güte des Gouverneurs, der mich unentgeldlich in sein Boot nahm, gute Gelegenheit darbot. Gewöhnlich besuchte ich auch alle Tage den Herrn Pastor; an dem letzten Tage gab er mir zwei Stücke seiner gedruckten Antrittspredigt, eins für mich, eins für Teichelmann.
Der Abschied war zwischen ihm und Br. Teichelmann kalt, und zwischen mir und ihm zwar freundlich, aber nicht besonders herzlich.
Durch ihn wurden wir mit dem Missionar Spaulding
Jetzt war gerade von unserer Ankunft eine große Aufregung durch ihn hervorgebracht, die noch jetzt fortdauerte, wegen der Bibeln, die durch ihn nach Rio gebracht und unter die Leute gebracht sind, so wie wegen des Jahresberichtes, den er nach Nordamerika geschickt hat. Ein schlauer irischer Pastor, Namens Tilbury