Den 23ten October 1838. Dienstag.
waren wir von Herrn Prediger Stow zum Mittagbrot, und was sich nach englischer Sitte von selbst versteht, zum Thee eingeladen. Unter dem Mancherlei, was gesprochen wurde, war auch Theologisches, wobei dann die Puncte, über welche die Lehre der evangelischen Kirche verschieden ist, als namentlich die Lehre der Sacramente und der Kirche, nicht unberührt blieben. Herr Stow bot uns sehr freundlich seine Kapelle bis 11 Uhr Vormittags zum Gottesdienst an, welches Anerbieten wir um so dankbarer annahmen, als wir grad einen solchen Ort, wo wir uns gemeinsam erbauen könnten, suchten.
Den 24ten October 1838. Mittwoch.
erkundigten wir uns beim Beschützer der Eingeborenen, ob es uns vielleicht erlaubt sein würde, das zum Schulhaus für die Eingeborenen erbaute, unbenutzte Haus vorläufig zu beziehen, was er uns bereitwillig zugestand und hinzufügte, daß er selbst mit demselben Gedanken umgegangen [sei]. In Folge dessen machte ich sogleich Anstalt, die Wohnung des Herrn Lester zu verlassen, (weil mir das Gefühl, aus Gnade und Barmherzigkeit da zu wohnen, zu essen und zu trinken, zu unerträglich war) obschon Br. T. sich dawider setzte.
Den 26ten October 1838. Freitag.
Abends bei Herrn Wyatt
(70) zum Thee, wo sehr unterhaltende Gespräche geführt wurden über den Menschen, sofern er Thier ist, und über die Thiere, sofern sie Verstand haben.
Den 28ten October 1838. Sonntag.
hätten wir schon von dem Anerbieten des Herrn Prediger Stow Gebrauch gemacht, wenn uns nicht die Veränderung unserer Wohnung in der vorigen Woche zu viel Sorgen verursacht hätte. Wir hörten heute Herrn Prediger Stow predigen, mittelmäßig; Schreivogel war da, der sich sehr gebessert hatte.
( 53 ) Den 1ten November 1838.
[Dieser Tag] war für die Eingeborenen ein Festtag, der bisher seines gleichen in ihrer Geschichte gewiß nicht gehabt [hat]. Seine Excellenz, der Gouverneur, hatte ihnen nämlich ein Mittagsmahl bereiten lassen, bestehend in
Rindsbraten, Reis, Zwieback und Thee. Zu solcher Festlichkeit gehörte aber auch ein festlicher Schmuck; und der war der Mehrzahl der Erwachsenen zu Theil geworden. Viele, namentlich die Frauen, hatten eine einfache wollene Bettdecke bekommen; aber von den Männern waren etwa 15 - 20 auf eine sehr auffallende Weise herausgeputzt. Zur Kopfbedeckung hatten alle eine blaue Soldatenmütze, mit weißem Randt und ohne Schirm, statt des Rockes hatte die eine Hälfte rothe, die andren blaue wollene Matrosenhemden [an]. Die letztern hatten einen gelben Streifen Kattun
(71) um den Leib als Schärpe
(72), und einen violetfarbigen um die Schultern als Bandelier [Schulterriemen]; die
erstere mit dem rothen Hemd dagegen hatten umgekehrt violetfarbige Schärpen und gelbe Bandelieren.