( 67 ) Ich erkundigte mich nach der Ursache sowohl dieses als der vorhergehenden
Gebräuche, konnte aber nichts gewisses erfahren, außer daß alle auf den bösen "Kuinjo" Bezug haben.
Nun drängten sich so viel um das Grab, um beim Zuscharren behülflich zu sein, und in wenigen Augenblicken war man damit fertig. Ich wußte nicht, daß der Todtengräber bisher immer im Grabe geblieben war, und war daher nicht wenig erstaunt, als dieser Mann zum Vorschein kam, dem alle Erde auf den Leib geworfen wurde, durch welche er sich mit Mühe und in auf dem Rücken liegender Stellung hervor arbeitete. Als das Grab zu war, entfernten sich alle etwa 30 - 40 Schritte, und der Todtengräber nebst jenen Auguren blieben auf dem Grabhügel sitzen. Nach einer kleinen Weile erhoben sie sich jedoch und einer von ihnen warf dem Haufen erst die Keule und dann die Schüppe
zu, mit welchen das Grab gemacht worden [war]; nach der ersteren streckten sich alle Hände aus und eine fing sie auch glücklich [auf]; die letztere aber ließ man, wie es schien, und wie mir später gesagt wurde, absichtlich auf die Erde fallen. Dieser Gebrauch schien mir [als] eine Art Wahrsagung oder Schicksalsbefragung vorstellbar; denn nachdem die Keule gefangen worden [war], trat gleich an die Stelle der frühern Stille und Trauer laute und mehr als gewöhnliche Heiterkeit und mehrere sagten mir: "Sehr schön (tauare manni)". Hierauf wurde weiter gegangen, bald nicht weit Halt gemacht und eine Reihe von wenigstens 6 - 8 kleinen Feuern gemacht, die nach der Andeutung der Eingeborenen auf das Grab Bezug hatten; einzelne machten auch unterwegs noch hier und da kleine Feuer. Als wir nicht weit mehr von der Stadt waren, blieb plötzlich ein alter ehrwürdiger Graubart stehen und erhob ein klägliches Weinen, an welches viele sich zwar nicht kehrten, mehrere bleiben jedoch bei ihm stehen ohne nicht mit zu weinen. Man sagte mir, daß sie nach einigen Tagen wieder zum Grabe gehen würden, um zu weinen; ich kann aber nicht sagen, ob solches wirklich geschehen ist. Dixi [Ich habe gesprochen].
[Die Seiten
( 68-74 ) sind im Tagebuch leer gelassen.]