Tagebuch Adelaide
August 1839 - Oktober 1839
meiner Reise fragte, und wir über die Wirramumänner sprachen, sagte der Gouverneur: Wenn ich wünschte, mich dort niederzulassen, so wollte er Anordnungen für mich treffen.

Ein neuer Beweis, daß der Herr seinem Knechte Wege bahnt und Mittel schafft, wenn sie ohne das Ihre zu suchen, für sein Reich wirken zu wollen. Seine Treue sei gebenedeit.

Den 13ten August 1839.
Heute Abend fing Bauer [mit] Englisch[-Lernen] bei mir an. Nachdem er fort war, schrieb ich einen Brief von der Art, wie ich noch nie einen geschrieben [hatte], an B[ertha] F[iedler].

Der Erfolg, o Herr, steht in Deinem Willen und in Deiner Macht, meine demüthige Bitte aber ist, daß du mein Vorhaben wollest gelingen lassen und segnen. Du kennst die Einsamkeit und Freudlosigkeit meiner Seele, darum wollest Du mir eine Busenfreundin nicht versagen.

Obschon längst beabsichtigt, wurde dieser Brief doch unmittelbarer veranlaßt durch meinen heutigen Besuch in K[lemzig] und durch den Umstand, daß ich mich beim Weggehen der B[ertha] nicht empfehlen konnte.

( 102 ) Den 15ten August 1839.
Der Beschützer der Eingeborenen, welcher gestern beim Gouverneur speiste, glaubte bei dieser Gelegenheit nähere Auskunft über die Anordnung zu erhalten, welche Seine Excellenz für mich in Encounter Bay machen wollte, allein er sagte mir heute, daß die große Gesellschaft, welche da gewesen [sei], alle Unterhaltung über den Gegenstand verhindert [hätte], nur glaube er, daß [Herr] Hall dem Unternehmen sehr günstig sei. --

Bauer, Schlinke, Kleinschmidt und Kook sind heute nach Klemzig, weshalb?? -- ?

Den 16ten August 1839.
Der heutige Tag war für mich höchst merkwürdig und kann, so Gott will, einer der folgenreichsten meines Lebens werden. Um Mittag erhielt ich einen Brief von Herrn Hall des Inhalts, daß der Gouverneur mir, als Geschenk (gratuity) für meine Unterrichtung der Eingeborenen, die Summe von 20 £ Sterling bestimmt und desfalls [entsprechend] den Schatzmeister angewiesen habe. Durch diese erfreuliche Nachricht ward ich noch mehr zur Ausführung des Vorhabens ermuntert, das meine Seele den ganzen Morgen beschäftigte und mein Herz pochen machte, nämlich den unter dem 13ten diesen Monats erwähnten Brief an Bertha Teusler abzugeben. Den ganzen Weg dachte ich natürlich darüber nach, wie ich mich des Briefes am bequemsten entledigen sollte und kam zu dem Entschluße, ehe ich meine Farbe für die Schreibtafel bei Tischler Till(126) abgäbe, bei Herrn Fiedler einzukehren, in der Hoffnung, die Empfängerin allein anzutreffen. Und

Seite zurück
zur Gesamtübersicht "Clamor Wilhelm Schürmann"
Seite vor