Tagebuch Adelaide
August 1839 - Oktober 1839
zuerst Anlaß dazu gegeben [hätten], und jetzt die Angreifer wären und darum alle Schuld hätten. Wenige ( 116 ) stimmen mir bei, Viele, z. B. Itjamaiitpinna*, behaupteten wild und leidenschaftlich ihr Recht, die Meisten machten meine Vorstellungen lächerlich. Gleichwohl bin ich überzeugt, daß Mehrere einen Stachel im Gewissen behalten haben und eine Furcht vor dem Feuer bekommen haben, in welches Jehova alle Bösen stoßen wird. Gegen Abend waren Br. Teichelmann und ich bei den Ostmännern, denen wir die Feindschaft der Südleute erzählten und die sehr ordentlich waren. Zu meiner nicht geringen Freude sah ich unter ihnen einen Mann, Namens Ngannoulturuitpanna*, den ich mit den Herren Kook und Meier früher bei Mount Barker(140) gesehen hatte. Wir hatten uns verirrt und waren sehr durstig, weshalb wir es für keinen geringeren Dienst anzusehen hatten, daß uns der erwähnte Eingeborene Wasser und den Weg zeigte. Trotzdem es finster war, erkannte er mich gleich wieder und nach einigem Hin- und Hersinnen erinnerte ich mich auch seiner; groß war unser beider Freude, als ich ihm erzählte, wo wir uns getroffen [und] daß er uns Wasser gezeigt [hatte] und so weiter und wir uns also deutlich wieder erkannten.

Abends erzählte mir Br. Teichelmann zu meinem Erstaunen, daß Pastor Kavel am Charfreitage sich geweigert [hätte], ihm das heilige Abendmahl zu reichen, vorgeblich wegen seiner Spannung mit mir. Möge diese kränkende Demüthigung gute Wirkung thun, und nicht blos Abneigung gegen Herrn Pastor Kavel zur Folge haben.

( 117 ) Den 2ten September 1839.
Gemeinschaftlich mit Br. Teichelmann bei Herrn Prediger Longbottom(141); um 4 Uhr Abends wohnten wir einer Gebetsversammlung bei, die von ihm in der Methodisten Kapelle geleitet wurde.

Den 3ten September 1839.
Mit Br. Teichelmann und Herrn Meier bei den gegen Süden gelagerten Eingeborenen, von da zu [Prediger] Stow, der nicht zu Hause war, mit dessen Frau ich mich indeß wenigstens 1 1/2 Stunde unterhielt. Heute war Pastor Kavel 41 Jahre alt.

Den 4ten September 1839.
Am Nachmittag ging ich nach Klemzig, um die theure Seele zu besuchen, die dort für mich fühlt. Sie war gerade abwesend im Garten, weshalb ich mich an Herrn Fiedler wandte, der hinterm Hause mit dem Pflanzen junger Obstbäume beschäftigt war. Er erzählte mir, daß am Montage Schlinke's Kupplerinn, [Johanna Luise Mahn](142), die Schwägerin Schliefke's, und am Dienstag Schlinke selbst in Klemzig gewesen seien, sowie daß Bertha gegen die erstere ein unvorsichtiges Wort aus meinem Briefe haben fallen lassen. Schlinke selbst habe ihn gefragt, weß er sich zu versehen habe, worauf er erwiederte, es käme auf Bertha an.

Seite zurück
zur Gesamtübersicht "Clamor Wilhelm Schürmann"
Seite vor