Es kam eine Frau zu mir, um Blutegel von mir zu haben; da nun die genannten beiden Eingeborenen versprachen, morgen welche zu suchen, so sagte ich der Frau, sie solle den nächsten Abend wieder kommen. Die Eingeborenen aber hielten ihr Wort [nicht], weshalb ich ihnen derbe, und von ihnen [als solche] empfundene, Vorwürfe machte.
Den 13ten Dezember 1839.
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Den 14ten Dezember 1839.
Idla Waritja, von dem unterm 30ten October die Rede war, kam heute Abend mit einer viel bedeutenden Anzahl von Freunden aus dem Busch zurück, um den Alten,
Parriwongaburka*, zu prügeln. Anfangs traten Itjamaitpinna und
Murrparaiitpinna* mit Erfolg als Vermittler zwischen den beiden auf, so daß ich den Streit für erst wenigstens, wieder beendigt glaubte; allein wie es finster wurde, entbrannte er von neuem und wurde bald allgemein, indem die Eingeborenen den abergläubischen Mord des Bruders von Mullawirraburka wieder aufwärmten. Die Keulen klapperten und die hörbaren Hiebe auf die Köpfe fielen, daß ich mich nicht gewundert hätte, wenn ein Leben verloren gegangen wäre. Allein das war nicht der Fall; doch war Idla Waritja so schwer verwundet, daß ihm das Blut aus Mund und Nase stürzte und mehrere andere waren tüchtig durchgehauen.
Den 15ten Dezember 1839. Sonntag
Heute Morgen, ehe ich aufgestanden war, hatten sich die Eingeborenen schon wieder geschlagen, und zwar um ein junges
( 189 ) Mädchen, das ein Alter, Namens
Tainmunda burka*, zu Frau haben will und das ihm auch von dem Vater derselben gegeben ist. Aber sie zieht einen jungen Menschen,
Pultao*, vor. Auch das Mädchen und eine andre Frau hatten dabei derbe Hiebe bekommen. Wie ich den Morgen dazu kam, ging
Tainmunda burka bei den Männern der Reihe nach herum, gab ihnen Waffen, Kattas und Wirris, in die Hände und sagte ihnen Worte, die ich zwar nicht verstand, die aber offenbar eine Aufforderung zum Streit enthielten. Allein alle warfen die Waffen wieder weg, was den Alten wüthend machte, daß er sich vor Zorn nicht zu lassen wußte, hin und her ging, die Beine abwechselnd aufhob, als wollte er auf jemand los gehen und den Bart strich, um ihn in den Mund zu bringen, wozu er aber zu kurz war. --
Mit Br. Teichelmann in Klemzig, zu meinem Verdrusse, denn nicht genug, daß er sagte, es sei ungallant von Mamsell Teusler, daß sie mir eher Wasser brächte, als ihm, obwohl er sich keines von ihr ausgebeten, sondern nur vom Vater, und sie also nichts davon wußte; sondern in Fiedlers Gegenwart machte er mir Vorwürfe, daß ich spät Abends von Klemzig käme. Ich sagte, ich brauche solchen Rath nicht, und wie er meinte, er hätte als College solches Recht,
( 190 ) erwiederte ich, er hätte nicht das Recht, was er sich dann und wann nähme, so daß Herr Fiedler sagte, wir sollten es doch nicht so weit kommen lassen.